
Absaugung in der Werkstatt planen
Von DRUCKKRAFT Redaktion
Eine Absaugung planst du am zuverlässigsten von den Maschinen aus. Zuerst hältst du fest, was abgesaugt werden soll, welche Anforderungen die Maschinen haben und welche Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden. Danach legst du Wege und Verbindungsteile fest. Die Wattzahl des Saugers allein beantwortet diese Fragen nicht.
Am Ende dieses Beitrags hast du eine brauchbare Bestandsaufnahme und weißt, welche Angaben für eine belastbare Auswahl noch fehlen. Der Schwerpunkt liegt auf trockenen Holzarbeiten. Für andere Stoffe, Funken oder heiße Materialien ist eine eigene Betrachtung erforderlich.
1 Erfasse jede Maschine und jeden Anschluss
Nimm dir Betriebsanleitungen, einen Messschieber, ein Maßband und Papier. Schreibe jede Maschine einzeln auf. Notiere das genaue Modell und alle Absaugstellen. Eine Maschine mit zwei vorgeschriebenen Anschlüssen bleibt eine Maschine, benötigt aber zwei berücksichtigte Erfassungsstellen.
Maschine und Tätigkeit: Modell, Material und Arbeitsschritt, beispielsweise Hobeln oder Schleifen.
Absauganschlüsse: Anzahl, Innen- und Außenmaße, Anschlussform und benötigte Einstecklänge.
Anforderung: Volumenstrom und Druckanforderung aus der Betriebsanleitung, falls angegeben; Quelle und Seite dazuschreiben.
Bewegung: Fester Standort, verschiebbare Maschine oder bewegliches Handgerät.
Betriebszustand: Welche Absaugstellen laufen gleichzeitig?

Wenn eine Anforderung fehlt, schreibe „offen“ in die Liste. Eine erfundene Zahl hilft bei der Auswahl nicht. Frage beim Maschinenhersteller nach, welcher Volumenstrom am Anschluss benötigt wird und welche Druckverluste beziehungsweise Anschlussbedingungen zu berücksichtigen sind. Die Planung von den Verbrauchern zum Filter ist auch der Ausgangspunkt in der Herstellerhilfe von Nordfab.
2 Kläre die benötigte Art der Absaugung
Ein Handgerät mit kleinem Anschluss und eine stationäre Maschine mit großem Späneanfall können sehr unterschiedliche Anforderungen stellen. Vergleiche deshalb die verlangten Luftmengen und Druckbedingungen mit dem vorgesehenen Absauggerät. Der passende Steckdurchmesser allein beweist keine ausreichende Absaugung.
Auch Gerätekategorien sind keine starre Entweder oder Entscheidung: Hersteller bieten beispielsweise Mitteldruckgeräte für unterschiedliche Werkzeuge und Arbeitsplätze an. Entscheidend bleiben die dokumentierten Einsatzbedingungen des konkreten Geräts. Ein Beispiel für solche ausdrücklich angegebenen Betriebspunkte bietet Höcker Polytechnik.
3 Zeichne den tatsächlichen Weg
Markiere Maschinen und den vorgesehenen Standort des Absauggeräts in einem einfachen Grundriss. Miss den geplanten Verlauf entlang der Leitung, einschließlich Steigstrecken. Trage jeden Bogen, Abzweig, Schieber und Schlauchabschnitt ein. Die Luftlinie zwischen Maschine und Sauger ist nicht die Leitungslänge.

Zeichne Bewegungsbereiche ein: Wie weit wird die Maschine verschoben? Wo bewegt sich der Schlauch während der Arbeit? Bleiben Wartungsöffnungen, Türen und Laufwege frei? Diese Bestandsaufnahme lässt sich auch ohne Strömungsberechnung erledigen.
Für dauerhaft feste Wege lohnt sich der Vergleich mit einem geeigneten Rohrsystem; Schlauch wird dort benötigt, wo Bewegung oder Montage es erfordern. Gewellte Schläuche verursachen zusätzliche Widerstände und sollten bei der Planung nicht wie ein glattes Rohr behandelt werden. Die Herstellerübersicht von Nordfab erläutert diesen Unterschied. Die Material und Schutzanforderungen des konkreten Systems müssen zusätzlich passen.

4 Verstehe die Durchmesserrechnung
Zwischen Volumenstrom, freiem Querschnitt und mittlerer Luftgeschwindigkeit besteht ein einfacher Zusammenhang:
Q = A × v × 3.600
A = π × d² / 4
Dabei ist Q der Volumenstrom in m³/h, A die freie Fläche in m², v die mittlere Geschwindigkeit in m/s und d der reale Innendurchmesser in Metern. Der Faktor 3.600 rechnet Sekunden in Stunden um.
Rechenbeispiel, keine Auslegungsvorgabe: Wir setzen für drei runde Querschnitte denselben angenommenen Wert von 20 m/s ein. Welcher Wert tatsächlich benötigt wird, muss für die Maschine und das transportierte Material geklärt werden.
100 mm realer Innendurchmesser: freier Querschnitt rund 0,00785 m²; rechnerischer Volumenstrom bei angenommenen 20 m/s rund 565 m³/h.
125 mm realer Innendurchmesser: freier Querschnitt rund 0,01227 m²; rechnerischer Volumenstrom bei angenommenen 20 m/s rund 884 m³/h.
160 mm realer Innendurchmesser: freier Querschnitt rund 0,02011 m²; rechnerischer Volumenstrom bei angenommenen 20 m/s rund 1.448 m³/h.

Die Rechnung zeigt: Bei gleicher Geschwindigkeit braucht ein größerer Querschnitt mehr Luft. Sie zeigt nicht, dass ein vorhandener Sauger diese Luftmenge liefert. Als unabhängige Zahlenkontrolle dient die Rohrquerschnittstabelle von Schuko; die Werte oben wurden mit π selbst berechnet und gerundet.
5 Prüfe Leistung und Leitung gemeinsam
Für die Geräteauswahl zählt die Luftmenge, die unter den tatsächlichen Widerständen noch verfügbar ist. Der Betriebspunkt entsteht aus Gerätekennlinie und Anlagenwiderstand. Deshalb sind maximale Luftmenge und maximaler Unterdruck keine zwei Werte, die man ohne Weiteres gleichzeitig ansetzen darf. Auch eine allgemeine Aussage wie „dieser Durchmesser reicht für zehn Meter“ lässt sich daraus nicht ableiten. Fachlicher Hintergrund: DGUV Information 209-200, Abschnitt 4.3.
Bitte den Anbieter um einen Abgleich mit deiner Liste: benötigte Luftmenge, geplanter Weg, Rohr und Schlauch, Formstücke, Filter und gegebenenfalls Vorabscheider. Fehlen Kennlinien oder nachvollziehbare Angaben, bleibt die Eignung offen. Eine spätere Messung am definierten Betriebspunkt gehört zur Prüfung; ein bloßer Eindruck am Schlauchende ersetzt sie nicht.
6 Halte offene Punkte vor dem Einkauf fest
Dein Plan ist bereit für die nächste Prüfung, wenn jede Maschine erfasst ist, die gleichzeitig aktiven Stellen feststehen und der Leitungsweg vollständig eingezeichnet ist. Markiere fehlende Herstellerwerte, nicht geklärte Materialien und unbestätigte Anschlüsse sichtbar. Bevor diese Punkte geklärt sind, ist eine vollständige Einkaufsliste verfrüht.
Auch die Materialwahl gehört zur Planung: Ein passender Durchmesser allein reicht nicht aus. HT-Abflussrohre und ihre Grenzen behandeln wir ausführlich im Kapitel „Rohr oder Schlauch?“.
Dein nächster Schritt
Nutze die Checkliste in diesem Artikel und erfasse zunächst eine Maschine vollständig. Danach folgen die weiteren Maschinen. Im nächsten Kapitel „Welcher Schlauchadapter passt?“ zeigen wir, wie du Gewinderichtung, Schlauchaußendurchmesser und die andere Adapterseite bestimmst.
Wenn die Verbindung nicht passt: Übermittle beide Anschlussmaße, Einsteckrichtung und Einbauraum. Damit lässt sich prüfen, ob ein Standardadapter oder ein Sondermaß in Frage kommt. DRUCKKRAFT beschreibt die erforderlichen Angaben auf der Seite Lösungen und Anschlussmaße. Ein passender Adapter ersetzt nicht den Nachweis, dass Absauggerät und Leitungsnetz zur Maschine passen.
